|
650 km und mehr mussten die Oberbayern fahren, um in diesem Jahr an der Deutschen Meisterschaft im Turnierhundsport teilnehmen zu können. Da sollte dann schon etwas dabei rausspringen. Und tatsächlich schaffte es wieder ein Brucker bis ganz oben auf das Podest.
Am Samstag machte sich Dörte mit Ronja auf die beiden Laufstrecken. Leider schloss die Malihündin an ihre ungenügende Zugarbeit bei der Bayerischen Meisterschaft an, so dass Dörte alleine Tempo machen musste. Damit konnte sie nicht in den Kampf um die Treppchenplätze eingreifen. Gut 1 Minute kann ein gleichmäßig ziehender Hund die Zeit über 2000 Meter verbessern, entsprechend mehr auf der längeren Strecke. Somit kam Dörte diesmal auf den undankbaren 4. Platz über die 5000 Meter und im folgenden 2000 Meter Lauf musste die Doppelstarterin sich mit dem 8. Platz begnügen. Überragender Läufer an diesem Tag war der Penzberger Ivo Neubert mit RS Arthus, der beiden Strecken mit jeweils Tagesbestzeit gewann.

Tags darauf stritten 170 Vierkämpfer um die Titel. Immo und Varo gingen mit der viertbesten Qualifikationsleistung in ihrer Klasse an den Start. Einige der 15 Konkurrenten waren bereits nach der Unterordnung aus dem Rennen, darunter zwei der Favoriten vom swhv, die sich mit 50 und 49 Punkten begnügen mussten. Die besten Gehorsamsübungen mit 56 Punkten zeigte neben Immo auch der zweite bayerische Starter Francisco Coll Moreno (GSV Schwabmünchen) sowie der Favorit und Titelverteidiger Wolfgang Feddema vom veranstaltenden GHV Weeze.

Erst 2 ½ Stunden später kurz vor Mittag war die Altersklasse 51 dann als letzte Gruppe mit den Laufdisziplinen an der Reihe. Die Angstübung Hürdenlauf bewältigten Immo und Varo erstmals in diesem Jahr schnell und fehlerfrei, während Francisco und Wolfgang Feddema jeweils zwei Fehlerpunkte für Vorprellen erhielten. Da auch die Aktiven keine Zeiten erfuhren, konnte man keine Aussage zu den genauen Zwischenständen treffen.
Der Slalomparcours war nach 150 Läufern schon ziemlich ramponiert, der Veranstalter versuchte mit Sand die größten Löcher wieder zu schließen. Hier fing sich der Titelverteidiger überraschend weitere 4 Fehlerpunkte für ein ausgelassenes Tor ein, so dass seine läuferische Überlegenheit mehr als kompensiert wurde.
Im Hindernislauf schmiss Varo dann eine Stange des Hoch-Weit-Sprungs, die direkte Konkurrenz blieb fehlerfrei. Eine gute Platzierung war trotzdem für die Brucker sicher, aber die endgültige Reihenfolge blieb bis zur Siegerehrung offen. Umso größer die Überraschung als der Sprecher Immo und Varo als Deutsche Meister ausrief. Punktgleich (273 Punkte) mit dem Vorjahresmeister entschieden am Ende 6/100 Sekunden für den Sieg. Manchmal braucht man nicht nur für den eigenen Wettkampf Glück, sondern auch das Pech oder Unvermögen der Konkurrenz im richtigen Moment bringt den Erfolg.
So konnte nach 2001 (Patrizia mit Kira), 2005 (Verena mit Ginger) und 2009 (Dörte mit Ronja) zum vierten Mal ein Brucker den Titel „Deutscher Meister“ im Vierkampf erringen.
Was sonst auffiel: Ein sehr gute Organisation, eine DM-taugliche Sportanlage inklusive Umfeld, eine schlecht eingestellte Lautsprecheranlage, viele schwache Gehorsamsübungen (hier liegt noch viel Potenzial im THS), mehr und mehr Malinois und Herder und der Zuschauermagnet und Stimmungsmacher CSC – die einzige Disziplin, bei der man gleich erfährt wie schnell die Teams waren und wer gewinnt.
Mit etwas „Glück“ werden die beiden Brucker Starter auch in 6 Wochen bei der VDH-DM in Mannheim an den Start gehen. |